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Industriekletterer


Erst seit 1997 ist es für Industriekletterer möglich, eine anerkannte Ausbildung zu machen, die ihnen bescheinigt, professionelle Höhenarbeiten im Seil ohne die Hilfe von Gerüsten durchführen zu können. Als Beruf ist die Industriekletterei jedoch nicht anerkannt, weshalb die Ausbildung als Weiterbildung angesehen und eine vorherige Facharbeiterausbildung in einem dem Industrieklettern dienlichen Berufszweig (z.B. Handwerk oder Reinigung) vorausgesetzt wird. Der Zusatz Kletterer bei der Tätigkeitsbezeichnung ist etwas irreführend, da ein Industriekletterer sich öfter von oben abseilt, als nach oben zu klettern. Neben der Bezeichnung Industriekletterer gibt es weitere gebräuchliche Namen, die diesen Beruf ausdrücken: Höhenarbeiter, Gewerbekletterer, Baukletterer und Fassadenkletterer sind dabei die gängigsten Formen.
Die Einsatzbereiche von Industriekletteren sind sehr vielseitig, weshalb die alleinige Ausbildung für die Ausübung des Berufes nicht genügt. Vor allem handwerkliche Berufe sind im Bereich des Industriekletterns sehr gefragt, da Höhenarbeiten ohne Gerüste oder Hubanlagen sowohl günstiger sind, als auch weniger Aufwand bereiten. Gerade bei Arbeiten im Hochbau oder bei der Restauration von Gebäuden in Städten ist es dienlicher, Industriekletterer zu beschäftigen, als große Absperrungen zu errichten und Gerüste oder maschinelle Anlagen vor den Objekten zu platzieren. Wichtige Einsatzbereiche sind neben Baustellen auch die Baupflege, die Taubenabwehr, Großplakatierungen, die Mastmontage, die Fassadenreinigung sowie die Fensterreinigung. Industriekletterer sind aus genannten Gründen in all diesen Bereichen sehr gefragt und die Anzahl der Einsatzorte steigt weiter. Die immer höher werdenden Gebäude und das mangelnde Platzangebot im nahen Umfeld der Bauwerke machen die Arbeit mit Maschinen fortwährend schwieriger.
Neben einer Facharbeiterausbildung ist es für einen angehenden Industriekletterer wichtig, in sehr guter gesundheitlicher Verfassung zu sein, da die Arbeit in der Höhe viele Gefahren birgt. Deshalb ist es notwendig, vor Beginn der Weiterbildung an einem Gesundheitstest (G41) teilzunehmen und ein Gesundheitszeugnis anfertigen zu lassen. Weiterhin ist es vorgeschrieben, an einer insgesamt 16stündigen Ersthelferausbildung teilgenommen zu haben, bevor die Weiterbildung begonnen werden darf. Die Ausbildung beinhaltet 3 Level, die aufeinander aufbauen, und dauert pro Level eine Woche und besteht aus theoretischen und praktischen Unterrichtseinheiten. Nach bestandener Prüfung erhält der Industriekletterer ein Zertifikat der FISAT (Fach- und Interessenverband für seilunterstützte Arbeitstechniken), dass die Qualifizierung als Höhenarbeiter bescheinigt.
In Deutschland gibt es nur eine staatlich anerkannte Berufskletterschule, die sich in der Nähe von Frankfurt am Main befindet. Bei Aufnahme der Weiterbildung entstehen sowohl Kurs- als auch Prüfungsgebühren, die vom Arbeitgeber finanziert werden können, meist jedoch vom Teilnehmer selbst übernommen werden müssen. Gerade für Menschen, die auch in ihrer Freizeit oft klettern gehen und über Kenntnisse im Umgang mit Kletterseilen verfügen, ist diese Weiterbildung sehr gut geeignet.

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